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Schön, dass Sie mich gefunden haben. Viel Spaß beim Stöbern.

Ich zeige hier eine Auswahl aus zwei Werkgruppen:
Arbeiten mit ofengeformtem Glas
und Installationen mit Scherben von Berliner Trümmerbergen.

Arbeiten mit ofengeformtem Glas

FLUSS ist meine erste Arbeit mit ofengeformtem Glas. Wie schon von Anfang an, als ich noch gemalt habe, füge ich auch im Dreidimensionalen mehrere Dinge zu einem Ganzen zusammen.

Der Name LOB DEM ÜBERFLUSS ergibt sich daraus, dass das Bronze-Teil der Überlauf eines Gusses ist. Ich hatte es auf dem Boden einer Bronze-Gießerei entdeckt und gegen ein Trinkgeld mitnehmen dürfen.

Viele GESICHTS-Abformungen von Freunden schichten sich und bedeuten die Erkenntnis: Eigenes Verhalten ändert sich abhängig vom Gegenüber.

Zur Darstellung dieser Thematik sind Störungen im Glas besonders sinnvoll.

ZUCKERGUSS entstand nach dem schwierigen Ende einer 22 Jahre langen Freundschaft. Die Belastung hatte ich lange nicht wahrhaben wollen. Eine Gesichtsabformung dieser Freundin liegt zerbrochen unter 'Zuckerguss'.

Diese Plastik entstand aus einer blauen Vase, die mir die schlanke und schöne Hannah geschenkt hatte.

MAREN steht in Verbindung mit dem Suizid der gleichnamigen Tochter einer Freundin. Sie sprach oft von einem wunderbaren blauen Licht, zu dem sie sich hingezogen fühlte.

entstand in einer Zeit des Zweifels über die Sinnhaftigkeit meiner Gruppenzugehörigkeit. Inzwischen habe ich mich von der Gruppe getrennt.                   

TURANGALILA ist der Name einer Sinfonie von Olivier Messiaen, die seine ungewöhnliche Biografie zum Thema hat.

SCHMERZ (und auch FATIGUE) steht in Verbindung mit der rheumatoiden Arthritis, die mich nicht loslässt.

Hier ein schönes Beispiel dafür, dass mitunter der sogenannte Zufall Besseres hervorbringt, als ich es kann. Die Plastik war während des Brennvorganges an die Heizdrähte gekippt und hat deren Abdruck hinterlassen.

Pina Bausch war eine wunderbare Tänzerin und die wichtigste Choreografin ihrer Zeit.

Die Bilder mit den Ruinen von Aleppo erinner mich an meine Kindheit. Ich spielte in den Ruinen, die der Krieg hinterlassen hatte.
Das verwendete Gipsband (wird zur zur Heilung von Knochenbrüchen verwendet) verweist auf das Prinzip Hoffnung und Erneuerung.

Mobirise

Meine Arbeiten mit ofengeformtem Glas
entstehen in einem Prozess der Wandlung. Zerstörtes erfährt eine Erneuerung.
Gebrochenes oder nutzlos gewordenes Glas finde ich auf Flohmärkten, im Abfall-Container einer Glaserei oder bekomme es von Freunden geschenkt.
Das Spezielle meiner Arbeiten ist, dass ich dem Ästhetischen des Glases auch seine Störungen zur Seite stelle. 
Die Dinge sind nicht eindeutig in ihrer Erscheinung, sie verhalten sich polar zueinander, und ich möchte diese Mehrdeutigkeit zum Ausdruck bringen. Ofengeformtes Glas ist dafür ideal, denn sein morphologisches Verhalten während eines Brennvorgangs ist bizarr und nur bedingt berechenbar. Es kann springen, zerlaufen, trübe werden, Blasen bilden, sich verfärben und verformen, sogar dann, wenn alle Regeln eingehalten werden. Überraschungen sind also vorpogammiert, der sogenannte Zufall ist mit im Spiel. Mitunter missachte die gelernten Regeln, um bewusst Störungen herbeizuführen. Wenn das nicht der Fall ist, das Glas also in seiner wunderbaren Brillanz erscheint (FLUCHT NACH VORN und PINA z.B.), übernimmt anderes Material (rostiges Eisen) die Aufgabe, vom Eindeutigen abzuweichen.
Anselm Kiefer sieht im Blei ein spirituelles Element. Mein spirituelles Element ist das Glas.

Jetzt folgt etwas ganz Anderes:

TRÜMMERBLUMEN

Mobirise

Schon ganz früh
waren mir die Ruinen, die der Krieg hinterlassen hatte, abenteuerliche Spielplätze. Als Kind grub ich dort nach Buntmetall, und der Erlös reichte oft für zwei bis drei Sahnebonbons.
Aber da gab es noch eine andere Geschichte:
Meine Mutter - geschieden, drei kleine Kinder und zweimal total ausgebombt - ein Schicksal, wie viele es nach dem zweiten Weltkrieg kannten - schlug mir eines Tages vor, ich war acht Jahre alt (siehe Bild), gemeinsam zur Ruine des Miethauses zu gehen, in dem wir vor einigen Jahren in einer stattlichen 5-Zimmerwohnung in der Steglitzer Fregestrasse gewohnt hatten. Wir kletterten also in dieser Ruine auf den Schuttbergen herum. Plötzlich bückte sich meine Mutter, hielt eine weiße Scherbe mit blauem und goldenem Streifen empor und sagte so gar nicht bitter, sondern freudig erregt: "Das ist von unserem Gäste-Service!!!"

Diese Haltung, das Nicht-klagen-über-Nichtänderbares, sondern die Kräfte nutzen für das Neue, möchte ich in meiner Arbeit würdigen, indem ich Zerbrochenes in heitere Blumen wandele, also Verlorenes in etwas Neues.



Mit den Worten von Anselm Kiefer: "Scherben sind der Beginn einer Wiedergeburt."

Jahrzehnte später
spazierte ich in einem am südlichen Rand von Berlin gelegenen kleinen hügeligen Park mit Rodelbahn. Plötzlich blitzte im Sonnenlicht das bunte Dekor einer kleinen Scherbe auf. Wo kam die her?
Ich begriff, dass ich auf einem der über 20 Trümmerberge stand.

Mobirise

                                                   einige sind flach

Mobirise

                                                    einige sind hoch

Was sind eigentlich Trümmerberge?

Es sind Hügel, die aus den Trümmern von Kriegsruinen des II. Weltkriegs entstanden sind. Die Berliner nennen sie MONT KLAMOTT. Es gibt in dieser Stadt mehr als zwanzig, deren größter mit einer Aufschüttung von ca. 120 m der Teufelsberg ist. Die Trümmerberge sind begrünt und als Park- und Freizeitanlagen gestaltet.

Mobirise

Mobirise

Ist es überhaupt noch erkennbar,
dass die Berge aus Schutt bestehen?  Ja, das ist es. Wer will, kann sie finden, die stillen Zeugen der Vergangenheit:  Ab und zu leuchten die weißen Splitter zwischen Waldlaub und abgestorbenem Geäst auf. Regen, wühlende Wildschweine und scharrende Vögel bringen sie an die Oberfläche.

Ich habe die Scherben viele Jahre lang gesammelt (nicht ausgegraben).

Mobirise

Mobirise

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Hebt man sie auf,
diese nur selten zu findenden kleinen Trümmerberg-Scherben, und befreit sie von der Erde, entdeckt man oft Erstaunliches:  Fragmente von farbigen Blumen, Dekors, Schriften, Herstellerzeichen und manchmal auch glänzendes Gold oder Handgemaltes.

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aus einstigem Haus- und Wohlstand

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manchmal sprechend

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oder Glasscherben, in brennenden Häusern geschmolzen

Die Scherben sind sortiert in Plastikbehältern aufbewahrt.


 

Schließlich begann ich mit ersten Versuchen . . . es wollten Blumen werden . . .

 und wieder Jahre später kam es zu Legungen in der Öffentlichkeit.

Sehr wichtig ist nicht nur die Herkunft der Scherben, sondern auch:

Die Scherben sind lose gelegt, also nicht fixiert. So ist jede Legung einmalig und 'erblüht' jedes mal neu und jedes mal anders. Es sind Wiedergeburten, Wandlungen, Erneuerungen und vertreten die Prinzipien Chance und Hoffnung.

Und noch einmal Anselm Kiefer: "Trümmer sind wie die Blüte einer Pflanze der strahlende Höhepunkt eines unentwegten Metabolismus, der Anfang einer Wiedergeburt."



Vita


Alles geschah/geschieht in Berlin: Geburt, Ausbildung, leben und arbeiten.

1957-61 Studium der Kartografie

1970-2000 Ölbilder, Aquarelle, Collagen, Materialbilder, Radierungen, Fotografien
seit 1981 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Berlin (BBK)
1986-88 Studium an der Hochschule der Künste Berlin (HDK, jetzt UDK), 
danach Kurse, Seminare, Privatunterricht

seit 2004 Wechsel zum Dreidimensionalen: Arbeiten mit Fundstücken und unterschiedlichen Materialien, Bildhauen in Stein, konzeptuelle Arbeiten, Installationen
seit 2009 Arbeiten mit ofengeformtem Glas

seit 2011 Mitglied bei 'sculpture network'


2016 Recognition Prize PALM ART Award

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Ausstellungen


2009 "verflixt und zusammengefügt", Woserin, Mecklenburg-Vorpommern (E)

2012 "Mein Blau", Kulturbrauerei, Bln.-Pankow

2012 "kunst-werk-raum", Kunstquartier Bethanien, Bln.-Kreuzberg

2012 zum "Tag des offenen Denkmals", Trümmerblumen-Legung, ehem. Abhörstation Teufelsberg Berlin

2012 "bac 1st", Löwesaal, Bln.-Moabit

2013 "Elemente-Gleichgewicht-Schwerkraft", Kunstgießerei Flierl, Bln.-Weißensee

2013 "Artgeschoss - Kunst in der City", ehem. Karstadt-Kaufhaus, Wolfenbüttel

2014 "small monuments", Schloss Hamburg-Bergedorf mit anschließenden Ausstellungen in den Galerien Mueller-Petzina, Lübeck und Mucha, Schwarzenbek

2014 "Fokus und Resonanz", Begegnung von 24 chinesischen und 5 deutschen BildhauerInnen, Berliner Freiheit, Bln.-Mitte
2014 "Internationale Glaskunstausstellung" Kulturzentrum Zwiesel, Niederbayern

2015 "positionen in glas und holz", mit Joachim Noack bei ART-consult, Bln.-Kreuzberg (E)

2015 "Caputh-Kunsttour", gemeinsam mit Bildern von Oda Schielicke im Gemeindehaus Caputh (E)

2015 "Spuren und Erinnerung", KunstRaumKo, Bln.-Tempelhof
2016 "Internationale Glaskunstausstellung" Kulturzentrum Zwiesel, Niederbayern

2017 "Trevisian International Art", Madrid

2018 "Internationale Glaskunstausstellung", Kulturzentrum Zwiesel, Niederbayern

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Gestaltung, Fotografien der Kunstwerke und Verantwortung:

Sigrid Klammer
Sedanstraße 27
12167 Berlin
Tel: +4930-76 90 32 37

sigridklammer@skulptur.org
www.sigridklammer.de
www.galerie-sedanstrasse.de

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